Die Region Altes Land am Elbstrom

vor der Hansestadt Hamburg

Der Name Altes Land weist auf die Besiedlungsgeschichte hin. Auf Plattdeutsch heißt das Gebiet Olland (hochd. „Altland“). Dieser Name geht auf die Kolonisierung durch niederländische Siedler zwischen 1130 und 1230 zurück. Auch der Name der Altländer Gemeinde Hollern weist auf die holländische Besiedlung hin. Das Alte Land verfügt seit dem Mittelalter über eine Selbstverwaltung – zuletzt seit 1885 in Gestalt des preußischen Landkreises Jork, der neben dem Alten Land auch die Stadt Buxtehude und die Gemeinde Neuland umfasste. Die Auflösung des Landkreises 1932 bedeutete das Ende dieser Selbstverwaltung; der Teil westlich der Este wurde dem Landkreis Stade, der östlich davon dem Landkreis Harburg angeschlossen. Durch das Groß-Hamburg-Gesetz wurden 1937 die Gemeinden Cranz, Neuenfelde und Francop Hamburg angegliedert und 1938 eingemeindet. 1972 wurden die Orte Hove und Moorende aus dem Landkreis Harburg der Gemeinde Jork angeschlossen und gehören seitdem zum Landkreis Stade. Als einziger Teil des Alten Landes verblieb die Ortschaft Rübke beim Landkreis Harburg.

Obstbau

Äpfel, Kirschen, Birnen und mehr

Erstmals schriftlich erwähnt wird der Obstanbau an der Niederelbe im März 1312 im Stadtbuch von Stade. Von einem innerhalb der Stadt gelegenen Pomarium (Obstgarten) wird berichtet. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Obstbau zur dominierenden Nutzung im Raum Stade und beherrscht somit seit über 150 Jahren das Gebiet. Heute reifen auf 10.700 Hektar Äpfel, Kirschen, Birnen und anderes Obst. 77 Prozent der Obstbäume im Obstbaugebiet Altes Land sind Äpfel und 12,7 Prozent Kirschen. Um die weit verbreiteten Kirschbäume vor räuberischen Vögeln zu schützen, stellten die Landwirte seit Ende der 1980er-Jahre in den Sommermonaten mit Propangas betriebene Knallapparate in die Obsthöfe. Diese ersetzten nach und nach die bis dahin hauptsächlich verwendeten „Klappermühlen“ und das sog. „Spreenhüten“ mit Handklappern und Rufen. Die kanonenähnlichen Knallapparate verursachten Explosionen, die kilometerweit zu hören waren. Heute wird diese Technik von Vogelschutznetzen verdrängt, die kurz vor dem Beginn der Kirschenzeit über die Baumreihen gezogen werden.
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